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Staufenberger Langläufer wieder auf großer Bergtour

Am Sonntag, dem 23.07.06, war es wieder so weit, 10 Personen der Bergsportgruppe des SV Staufenberger und 2 Münchner Bergfreunde reisten mit Pkw zum Ausgangspunkt ihrer diesjährigen Bergtour, der sie an den wunderschön gelegenen Königsee bei Berchtesgaden führte. Hier angekommen, mussten die Autos zum Parkplatz Hinterbrand gebracht werden, da dies der Endpunkt des ersten Teils der Tour sein sollte. Als die Fahrer wieder zum Königsee zurückkamen, hatte sich der Himmel zugezogen und es donnerte heftig. Umgehend wurde ein Schiff bestiegen, das die Bergsteiger zum Start der Tour nach St. Bartholomä bringen sollte. Kaum war das Boot bestiegen, da regnete es auch schon heftig, aber pünktlich an der „Echowand“ ließ der Regen nach, und der Bootsbegleiter konnte programmgemäß  „das Echo vom Königsee“ spielen.

Am Beginn der Tour (St. Bartholomä / Königsee)

Wenig später stiegen die Bergwanderer an der weltbekannten Kapelle „St. Bartholomä“ aus und nach einem Erinnerungsfoto wurden die Rucksäcke geschultert und das diesjährige Bergabenteuer begann. Bei schwülwarmem Wetter und den steilen Passagen des Rupertiweges, der auch Saugasse genannt wird, kamen die Langläufer trotz ihrer guten Kondition heftig ins Schwitzen. Der Aufstieg zum Kärlinger Haus, das in 1630 m Höhe liegt, gestaltete sich gleich zu Beginn der Tour zu einer Kräftezehrenden Sache. Aber nach knapp 5 Stunden war das erste Tagesziel erreicht, und in der angestrebten Hütte, die herrlich am Funtensee liegt, konnten die verbrauchten Energien wieder aufgetankt werden.

Endlich am Ziel des 1. Tages: Kärliger Hütte

Am nächsten Morgen brach die Truppe bei leichtem Dunst und frischen Temperaturen auf mit dem Ziel Riemannhaus. Eine Viertelstunde nach dem Abmarsch kam die Sonne durch und der Nebel verschwand. Der Blick zurück zeigte ein tolles Bild von der Hütte an dem tiefgrünen See. Bei der ersten Rast an diesem Tag wurde gleich wieder kurze Kleidung angelegt, denn die Sonne und der ansteigende Bergpfad ließen die Wanderer heftig schwitzen. An der Baumgartelhöhe (1788 m. ) wurde die Grenze zu Österreich überschritten, und in Richtung Buchauerscharte (2269 m) merkte die Truppe unmissverständlich, dass man sich im „Steinernen Meer“ befand. Nur riesige Steinquader überall und nackte Berge, fast ohne Vegetation, so weit das Auge reichte.

Rast im "Steinernen Meer"

Eine triste Landschaft aber dennoch faszinierend! Mit dem Besteigen der 2653 m hohen Schönfeldspitze, die durch die vielen Kletterstellen mühevoll und zeitaufwendig erreicht wurde, hatte die Truppe die schwerste Prüfung an diesem Tag hinter sich. Leider trübte der Nebel auf dem Gipfel die erhoffte Weitsicht etwas. Nach dem schwierigen Abstieg führte der Weg über unendlich viele Steinquader und –platten bis endlich das Ziel, das Riemannhaus, in 2177 m Höhe erreicht wurde. Diese Hütte liegt malerisch in einer Scharte zwischen zwei riesigen Felswänden 1000 m über dem Salzachtal, und von der Terrasse blickte man direkt auf den Touristenort Maria Alm unweit von Zell am See. Gutes Essen und Trinken ließen die erschöpften Wanderer wieder zu Kräften kommen.

Frühmorgens war es schon so warm in dieser Höhe, dass auf der Terrasse gefrühstückt werden konnte. Danach wurden wieder die Rucksäcke aufgenommen, und der endlose beschwerliche Weg bei fast 30 ° Hitze durch die nackten Felsen begann erneut. Nach

5 Stunden wurde über die Weißbachlscharte das Tagesziel, das Ingolstädter Haus (2119 m) erreicht. Nach kurzer Rast begann der Sturm auf den „Großen Hundstod“, der 2563 m  direkt an der Hütte in den Himmel ragt. Ohne Gepäck war dieses Abenteuer wesentlich leichter machbar als die ähnlich hohe Schönfeldspitze am Vortag. Überwältigende Ausblicke bis zu den Tauern und in der anderen Richtung nach Kitzbühel sowie in das Großglocknergebiet waren von hier möglich. Mit dem nicht ganz einfachen Abstieg war auch der Höhepunkt dieses Tages abgehakt. Die Überbelegung der Hütte erforderte, dass sich immer 3 Leute zwei Matratzen im Lager teilen mussten. Kein ungetrübtes Vergnügen mit noch 30 Leuten auf engstem Raum in einem Zimmer übernachten zu müssen!

An nächsten Morgen verließ die Truppe dieses ungastliche Quartier über die Hundstodscharte talwärts. Nach etwa einer halben Stunde teilten sich die Langläufer, denn 6 Leute mussten leider vorzeitig nach Hause, da dort dringendere Aufgaben anstanden. Die verbliebenen 6 Bergfreaks setzten ihren Weg fort in Richtung Wasseralm. Über lange steile Abstiege erreichten sie erneut das Kärlinger Haus, wo sie hautnah dabei waren als ein Hubschrauber der Bundeswehr landete, um dort Soldaten und Verpflegung auszuladen für eine Wehrübung. Weiter ging der Weg steil bergab zum tiefgrünen „Grünsee“, der dort herrlich in die Landschaft auf 1500 m Höhe eingebettet ist. Nicht weit davon entfernt lag der „Schwarzensee“ den die Bergwanderer zu einem erfrischenden Bad nutzten. Nach kurzem Aufstieg erreichte die kleine Gruppe das „Halsköpfel“ (1718 m), einen einmaligen Aussichtspunkt auf Königsee, Obersee und den Watzmann.

Blick vom Halsköpfl auf Königsee

Spätnachmittags kam man recht müde auf der Wasseralm, dem Tagesziel, an. Diese ehemalige Alm stellte eine urige rustikale Übernachtungsstätte dar. Ohne eigenen Wasseranschluss mussten sich die Gäste an einem eiskalten Bach waschen, und die Toilette, ein Plumsklo, befand sich auf der Wiese unweit der Hütte. Auch die Schlafquartiere, die sich direkt unter dem Dach befanden, konnten nur mit einer Leiter und teils nur durch ein Loch in der Decke des Gastraums erreicht werden. Abends kamen Hirsche auf die Lichtung bis wenige Meter an die Hütte, um zu äsen. Ein einmaliges Erlebnis in jeder Hinsicht!

Am nächsten Morgen, nach rustikalem Frühstück auf der Wiese, ging die Tour weiter erst bergab und dann steil bergan, vorbei am Seeleinsee, und weiter hinauf über den Wildschartenkopf (2211 m)  zum Gipfel des Schneibstein (2276 m), der wiederum herrliche Weitblicke erlaubte. Allerdings sah man von hier aus auch das Tagesziel, das „Carl.v. Stahl-Haus“, das 500 m tiefer lag. Ein steiler sehr beschwerlicher Abstieg ließ die Kniegelenke schmerzen. Aber in der Hütte konnte endlich mal geduscht werden und auch die Quartiere und das Essen waren einwandfrei.

Tags darauf wurde gleich nach dem Frühstück das „Hohe Brett“ (2340 m) ohne Rucksack bestiegen, um dann gleich wieder zur Hütte zurückzukehren.

Am Gipfelkreuz des "Hohen Brett" (2340 m)
 

Blick vom "Hohen Brett" zum Hochkönig (2941 m)

Nach einer kurzen Erfrischung begann der Abstieg über den Jenner zum Parkplatz Hinterbrand, wo Gott sei Dank die Autos noch standen. Mit den Pkw sollte der letzte Etappenort, die Besteigung des Hochkönig, erreicht werden. Beim Mittagessen in Golling (Salzburger Land) wurde die Truppe von einem heftigen Gewitter mit Hagel überrascht. Nach intensiven Gesprächen und Einholen des Wetterberichts für die nächsten Tage, brach der Führer Bernd Kinzler die Tour folgerichtig ab, denn bei schlechtem Wetter ist die Besteigung des „Hochkönig (2941 m) ein gefährliches Abenteuer und auch wenig sinnvoll.

Traurig reisten die Bergfreunde nach Hause und erreichten gegen 22.00 Uhr wieder die Heimat. Rückblickend war es dennoch eine ganz tolle Tour und die Teilnehmer danken Bernd Kinzler ganz herzlich für die Organisation und Führung.

Die Gruppe bestand aus Bernd und Christel Kinzler, Werner und Lilo Kuhn, Norbert und Gabi Meier, Bernhard und Angelika Lohr, Otto und Hans Richter , Bernd Nerlich und Norbert Zecher, der hiermit versuchte, diese wunderschöne Tour zu beschreiben.

Herzlichen Dank dem Organisator und Wanderführer Bernd Kinzler, der hoffentlich im nächsten Jahr wieder eine Bergtour organisiert.

Die verwendeten Bilder stehen in der Bildergalerie in hoher Auflösung zur Verfügung:

Bild 47: Am Beginn der Tour(St. Bartholomä/Königsee)

Bild 42: Rast im "Steinernen Meer"
Bild 43: Endlich am Ziel des 1. Tages: Kärliger Hütte
Bild 35: Blick vom "Großen Hundskopf" (2599 m) auf Zell am See
Bild 5:  Am Gipfelkreuz des "Hohen Brett" (2340 m)
Bild 13: Blick vom "Hohen Brett" zum Hochkönig (2941 m)
Bild 20: Blick vom Halsköpfl au

Weitere Bilder der Bergtour in komprimierter Form findet man über die Seite und den Link Bildergalerie. Das Bildarchiv wurde nochmals um viele Bilder am 16.11.06 mit einer Nachlieferung von Bildern ergänzt. Unkomprimierte Bilder bei Interesse bitte bei der Redaktion anfordern. Wir brennen die Bilder gerne auf einer CD)

Noch ein Hinweis: Wenn man über den Link zum GMX-Bildverzeichnis gewechselt ist, kann man dort unter Bergtour 06 und Unterverzeichnis "komprimierte Bilder"  mit dem Klick über "Bilder" und "Diashow starten", diese Bilder auch direkt am PC als Diashow ansehen.

 

 

 

 Letzte Bearbeitung mit Stand: 14.04.12