Staufenberger Langläufer wieder auf großer
Bergtour
Am Samstag, dem
21.07.07, war es wieder so weit, 7 Personen der Bergwandergruppe des SV
Staufenberger reisten mit Pkw zum Ausgangspunkt ihrer diesjährigen Bergtour,
der sie nach Kärnten in die Karnischen Alpen führte. Bernd Kinzler hatte
erneut eine anspruchsvolle Bergtour über die gesamte Länge des „Karnischen
Höhenweg“ organisiert. Schon bei der Anreise gab es große Probleme, denn das
Ferienwochenende erbrachte eine Menge Verkehr und damit verbundene Staus. So
musste über Landstraßen quer durch die Alpen das Ziel, der Alpenhof Plattner
am Naßfeld, erreicht werden. Dennoch kamen beide Pkws gegen 16.00 Uhr an dem
schönen Gasthof, der unmittelbar an der italienischen Grenze liegt,
unversehrt an. Hier wurde Quartier für die nächsten 2 Nächte genommen.
Am Sonntagmorgen wurden
die Autos am Eingang der Garnitzenklamm abgestellt, denn von hier sollte die
Eingehtour beginnen. Nach kurzem Warten kam dann auch Lilo Kuhn und brachte
ihren Mann Werner und dessen Neffen Otto, die vorher schon in ihrem Haus am
Gerlospaß etwas relaxt hatten. Jetzt war die Truppe komplett und das
Abenteuer konnte beginnen.
Die Rucksäcke wurden
geschultert und der Aufstieg durch die Klamm begann.
Hier hat sich der
Garnitzenbach kilometerweit tief in das Kalkgestein gefressen und stürzt
manchmal über zig Meter in die Tiefe. Der schmale Steig durch die Klamm ist
an manchen Stellen durch Stahlseile gesichert und weist heftige Steigungen
auf. Der Aufstieg gestaltete sich bei großer Hitze zu einer
schweißtreibenden Sache. Unterhalb des Gartnerkofels legte die Truppe auf
der Garnitzenalm eine kurze Rast ein, um dann über den Gartner Sattel hinab
zum Ausgangspunkt, dem Plattnerhof zu gelangen, wo gerade das Sommerfest
gefeiert wurde. Bei Blasmusik, gutem Essen und Trinken klang die 6stündige
anspruchsvolle Eingehtour aus.
Am nächsten Morgen
begann die eigentliche Tour fast ausschließlich über den „Karnischen
Höhenweg“ der über die Höhen im Österreichisch-Italienischen Grenzgebiet
entlanggeht und überwältigende Weitblicke zulässt.
Vom Plattner Hof führte
der Weg erst leicht bergab, dann über eine Skipiste steil bergauf zum Rudnig
Sattel (1889 m) und weiter südlich durch das Felsgewirr des Trogkofels
(2279m) in weitem Bogen um die Rattendorfer Alm immer an der Grenze entlang.
Über den Rattendorfer Sattel (1761 m) den Cordin Sattel (1752 m) und die
Straninger Alm wurde nach 10 Stunden das Tagesziel, die Zollner See
Hütte,(1720 m) erreicht. Gutes Essen und kühle Getränke belebten die müden
Wanderer wieder, bevor in echter Hüttenromantik auf Matratzenlagern
übernachtet wurde.
Recht früh am nächsten
Morgen erfolgte der Start, denn der Wetterbericht hatte für diesen Tag
Sturm, Regen und Gewitter angesagt. Bei starkem Nebel und heftigem Wind
mussten die Markierungen mitunter gesucht werden, und die Sicht war
teilweise auch gleich Null. Die Truppe kämpfte sich zum Kronhoftörl (1850 m)
hoch, am Koderkopf (2176 m) vorbei, um dann über die Tschintemuntalm(1812 m)
hinab zum Plöckenhaus (1215 m) zu gelangen. Auf halbem Wege erwischte die
Truppe der angesagte Regen, so dass am Plöckenhaus eine Zwangspause
eingelegt werden musste. Nach kurzer Zeit ließ der Regen etwas nach und die
Rucksäcke wurden wieder geschultert. Der schlecht gekennzeichnete Weg führte
bei drückender Schwüle über die Theresienhöhe an der unteren Valentinsalm
vorbei und steil hinauf zur oberen Valentinsalm. Kurz hinter dieser Alpe
entlud sich ein heftiges Berggewitter mit Blitz, Donner, Hagel und
Starkregen, so dass die Truppe unter überstehenden Felsen etwas Schutz
suchen musste. Nach etwa einer halben Stunde hörte der Regen auf, und über
riesige Felsbrocken fast senkrecht hoch, setzten die Bergwanderer bei immer
noch orkanartigem Wind ihren Weg zum Valentinstörl (2238m) fort. Von hier
aus konnte man bereits dem Wolayersee erblicken, an dem gleichnamige Hütte
(1960 m) liegt. Zum Glück schien auch wieder die Sonne und der Abstieg zur
300 m tiefer liegenden Hütte, dem Tagesziel, war in 30 Minuten geschafft.
Durch die Unbillen des Wetters hatte diese Tagestour insgesamt 12 Stunden
gedauert und den Bergfreaks alles abverlangt, denn es mussten auf der
endlos langen Etappe auch 2300 Höhenmeter bezwungen werden.
Der Hüttenwirt war etwas
verärgert über die verspätete Ankunft der Gruppe, servierte dennoch ein
schmackhaftes Abendessen, und auch der Flüssigkeitsverlust konnte
ausgeglichen werden.
Am anderen Morgen schien
wieder die Sonne vom strahlend blauen Himmel, und die Tour konnte, wenn auch
etwas abgeändert, fortgesetzt werden. Anstatt dem Rifugio Calvi auf
italienischer Seite, wurde das Hochweißsteinhaus als Tagesziel ausgewählt.
So ging es erst etwas bergab zur Wolayeralm (1709 m) und dann wieder hinauf
zum Giramondopaß (2005 m) und dann lange abwärts durch das wunderschöne Tal
des Fleons. Zum Schluß kam aber doch der Knackpunkt, der fast senkrechte
Anstieg zum Ofner Joch. (2011 m) Oben angekommen sah man bereits das
Hochweißsteinhaus in der Tiefe liegen. Eilenden Schrittes wurde das
Tagesziel erreicht, denn durch die Änderung der Route hatte die Truppe noch
kein Quartier. Durch die guten Beziehungen von Oskar zur Hüttenwirtin
erhielt man gerade noch 9 Lager. Kurze Zeit später war die Hütte total
überbelegt, und jeden freien Quatratmeter bedeckte eine Notmatratze.
Dennoch verlief die Versorgung mit Essen und Getränken ohne Hektik, und auch
am nächsten Morgen hatte innerhalb kurzer Zeit jeder sein Frühstück.
Die neue Tagesetappe
führte von der Hütte immer in etwa gleicher Höhe von 1800 m um die
Hochweißsteinspitze herum und später heftig bergauf zum Luggauer Törl (2236
m) Unterwegs wurden die Wanderer von einem Wespenschwarm attackiert, und
fast jeder hatte einige Stiche. Oben vom Sattel gab es tolle Ausblicke, und
man sah unten im Gailtal malerisch das Touristenörtchen Maria Luggau liegen.
Der Panoramaweg führte hinauf zur Steinkarspitz (2524 m) und dann immer
bergauf bergab entlang des Gail- und Lesachtals, in dem auch die
Wintersportorte Ober- und Untertilliach zu sehen waren. Bald erblickte man
das Massiv der Porze (2600 m) an deren Fuß die Porzehütte lag, das Ziel
dieses Tages. Beste Bewirtung und gute Quartiere trafen die Bergsportler
hier an.
Am nächsten Tag sollte
die Königsetappe erfolgen, denn ein Teil der Truppe wollte den Klettersteig
durch die Porzescharte bewältigen und die anderen kraxelten, vorbei an den
malerisch gelegenen Stuckenseen, über die Stuckenwiesen hinauf zur
Filmoorer- Standschützenhütte (2350 m). Bei heftigem auf und ab bei
schweißtreibenden Temperaturen bezwangen die Klettersteiggeher ihre Aufgabe
mit Bravour, und verhalfen dem Debütant Dirk zu einem Megaerlebnis. Ab der
Hütte wurde gemeinsam der Große Kinigat (2689 m), der höchste Berg der
Gegend, erstiegen, von dem man herrliche Weitblicke in die gesamten
Dolomiten hatte. Nach dem Eintrag ins Gipfelbuch und dem Gipfelschnaps
erfolgte der Abstieg über hundert Meter durch eine Scharte senkrecht
hinunter, der aber mit Seilen gesichert war. Auch weiter führte der Steig
immer über den Kamm der Grenze entlang, die ja 1915 – 1918 hart umkämpft
war, was die alten Stellungen heute noch beweisen.
Zu guter Letzt wurde
noch der Gipfel der Pfannspitze (2678 m) erstürmt und ebenfalls ein Eintrag
ins Gipfelbuch vorgenommen, bevor es steil hinunter ging zur Obstanzer
Seehütte, die winzig klein, 300 m tiefer, an gleichnamigem See lag. Hier
wurden die Bergwanderer erneut gut versorgt, und nachts trommelte der Regen
auf das Blechdach der Hütte.
Morgens beim Abmarsch
schien wieder die Sonne, und die letzte Etappe konnte beginnen. Zum
Abschluss erfolgte die Genusstour immer auf und ab entlang der Grenze
zwischen 2500 und 2600 m Höhe, links die Sextener Dolomiten und rechts das
Gailtal mit den Lienzer Dolomiten. Gegen Mittag wurde die Sillianer Hütte
(2447 m) erreicht, auf der fürstlich gespeist wurde, bevor dann der Abstieg
zur Leckfeldalm (1970 m) erfolgte. Eigentlich war vorgesehen, von hier aus
genüsslich mit dem Blick auf die Sextener Dolomiten Abschied zu nehmen von
der herrlichen Bergwelt. Doch einige tief liegende Wolken verhinderten diese
Aussichten und so machte man sich früher als geplant an den Abstieg. Bei
leichtem Regen erreichte die Truppe die Hütte gegen 15.30 Uhr.
Hier sollte der
Abschiedsabend gefeiert werden, um von Sillian aus am Sonntag nach Hause zu
fahren. Da der Hüttenwirt sein Auto zur Verfügung stellte, wurden am
Nachmittag noch die Pkws im 120 km entfernten Hermagor geholt. So konnte
dann nach dem Abschiedsabend am Sonntagmorgen die Heimfahrt direkt von der
Hütte aus erfolgen.
Die Truppe bedankt sich
ganz herzlich beim Organisator und Wanderführer Bernd Kinzler, der
hoffentlich auch im nächsten Jahr wieder eine Bergtour organisiert.
Die Teilnehmer der Tour:
Christel Kinzler, Dirk
Kinzler, Angelika und Bernhard Lohr, Werner Kuhn, Oskar Klein, Otto Richter
und Norbert Zecher, der mit diesem Bericht versuchte, dieses wunderbare aber
auch anstrengende Abenteuer in Worte zu fassen.