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Anton Lautner, berichtete
als laufender Reporter von unserem Marathon für
www.marathon4you.de
Wir haben den Bericht
hier wörtlich übernommen und empfehlen den Klick auf die
Seite mit dem Originalbericht und den tollen zur Verfügung
gestellten Bildern bei
www.marathon4you.de
und bedanken uns für
die objektive Bewertung und das Lob.
Zum Jubiläum ein Marathon:
Fortsetzung erwünscht
18.05.08
Die heutige Reise führt mich zu einem Dino in Sachen
Volkslauf. In Staufenberg, zwischen Marburg und Gießen
gelegen, begann man 1969 mit dem Oberhessen-Volkslauf.
Dieser Lauf fand bis heute jedes Jahr statt und man wird
ihn sicher auch in der Zukunft weiter planen und
durchführen. Mir fällt kaum Vergleichbares ein, lediglich
in meiner Heimat fand dieses Jahr in Gundelfingen der 45.
Nordschwabenlauf statt oder an Silvester geht man in
Gersthofen zum 42. Mal an die Startlinie.
Wo liegt denn eigentlich Staufenberg? Nun, eine knappe
Autostunde nördlich von Frankfurt, über die Sauerlandlinie
oder die Bundesstraße 3 einfach zu erreichen. Mit einem
Routenplaner sicher einfach zu finden.
Da ich immer wieder gerne von den eher familiären Läufen
berichte, zieht es mich an diesem Wochenende nicht ins
Ruhrgebiet oder an den Rennsteig, sondern in die hessische
Provinz. Die beiden großen Läufe laufen mir sprichwörtlich
nicht davon. Ob aber der Lumbatalmarathon eine Fortsetzung
findet, war von vorne herein nicht klar und so ist meine
Planung eigentlich schon im Frühjahr relativ eindeutig.
Staufenberg ist dieses Wochenende komplett mit der
Veranstaltung belegt. Der Samstag gehört vollständig den
Nordic Walkern, die über 6, 10 und 16 Kilometer ihre
Stöcke schwingen können. Am Sonntag werden dann neben dem
Marathon auch ein Halbmarathon, ein 10-Kilometer-Lauf
sowie ein Minimarathon (4,2 Kilometer) und Läufe für
Kinder veranstaltet. Wer mit den Nordic-Stecken auf
Kriegsfuss steht, kann am Sonntag auch über drei
verschiedene Strecken wandern. Die Startgebühren sind
günstig, der Marathon kostet 25 EUR, der Halbe 8 EUR und
die kürzeren Strecken sind noch billiger zu haben.
Dafür erhalten wir nicht nur einen schönen Landschaftslauf
an einem kühlen, aber lauffreundlichen Wettkampftag,
sondern auch Medaille, Urkunde und Funktionsshirt (nur für
Marathonis). Die Besten der Klassen erhalten Pokale und
Sachpreise.
Am Vortag bin noch in Sachen IVV beschäftigt. Ich bin aber
weniger am Laufen, eher schon als Beschäftigter der
Deutschen Hammerwerke tätig – ich sitze nämlich am
Stempeltisch und komme so erst am Abend weg. In der Nacht
bin ich dann in Staufenberg vor Ort, der Autositz wird in
die Liegestellung gebracht.
Verschlafen ist nicht möglich, denn schon um 05.30 Uhr
dämmert es. Gegen 07.00 Uhr mache ich mich auf in die
Stadthalle. Dort ist die Nummernausgabe großzügig
aufgebaut, es gibt kein Gedränge. Ich erhalte in Kürze
meine Unterlagen und lerne auch noch den „Laufchef“ Rainer
Rachowski kennen.
Wer noch nüchtern ist, so wie ich, der findet schon ein
reichgedecktes Kuchenbufett aufgebaut. Ja, und herzhafte
Sachen mit Käse und Wurst sind auch schon zu haben.
Während ich einen Kuchen verdrücke, sehe ich Jürgen
Teichert umherlaufen, der mich dann auch gleich entdeckt.
In der Halle ist noch ein Sportgeschäft mit einem Stand
vertreten. Interessant ist auch die Ausstellung zum
40jährigen Jubiläum des Volkslaufs. So sind alle Medaillen
und Teller, sowie Zeitungsberichte und Fotos zu sehen.
Gegen 08.15 Uhr mache ich mich auf zum Start, der in
unmittelbarer Nähe der Stadthalle ist. Es ist jetzt
bedeckt, es sind aber schon leichte Auflockerungen zu
erkennen. Mit rund 12, 13 Grad und Windstille sind es gute
Bedingungen.
Punkt 08.30 Uhr werden wir auf die Strecke losgelassen.
Rund 150 Marathonis machen sich auf die Strecke, die, so
beschreibt es die Ausschreibung, auf befestigten und
asphaltierten Wegen durch Ortschaften, Felder und Wälder
führen wird. Von Anfang an ist freies Laufen möglich.
Staufenberg (2600 Einwohner) und das angrenzende Mainzlar
haben wir nach wenigen Minuten durchlaufen. Staufenberg
selbst wurde 1233 urkundlich als „Stouphenberch“ erwähnt.
Oberhalb der Stadt ist die gleichnamige Burg zu sehen, wo
jetzt die sogenannte Unterburg als Hotel ausgebaut wurde.
Wir laufen die ersten Kilometer durch freies Feld auf
einer Landstraße, wo jetzt kein Verkehr zu sehen ist. Ob
diese Straße für uns gesperrt wurde, weiß ich nicht. Ich
glaube aber eher, dass in den Orten die Einheimischen noch
auf der Matratze liegen. Fast keine Zuschauer sind zu
sehen, nur ganz wenige Neugierige schauen aus den
Fenstern.
Kilometer 5 führt uns in die Stadt Lollar (10000
Einwohner), wo in der Nähe die Lumda, ein kleiner Fluss
und Namensgeber des Marathons, in die Lahn fließt. Hier
ist auch der tiefste Punkt unseres Kurses mit 165 Metern.
Interessant ist das Wappen dieser Stadt. 1711 kostete die
Brückenmaut für ein Pferd einen Kreuzer. So sehen wir auf
dem Wappen einen Pferdekopf, eine Brücke und eine
1-Kreuzer-Münze. Ich fotografiere das Bürgerhaus, wo mich
ein erster Läufer anspricht. „Es gibt schönere Bauten als
das da“, sagt er. „Eine gewisse Funktionalität wird aber
schon vorhanden sein“, entgegne ich.
Es geht jetzt im Lumdatal aufwärts, die zu bezwingende
Höhe ist aber gegenstandslos. Nach dem Durchlaufen eines
kleinen Waldstückes auf befestigten Wegen erreichen wir
Daubringen. Das Marathonfeld ist bei Kilometer 8 noch
relativ dicht beieinander. Wie bei meinen letzten
Reportagen habe ich vor, am Anfang mehr Bilder zu schießen
und dann später bei guter Verfassung Gas zu geben.
Wir durchlaufen Daubringen ein zweites Mal, aber auf
anderer Strecke und tauchen dann abermals in ein Waldstück
ein. Auf rund vier Kilometer sind jetzt 40 Höhenmeter
verteilt. Es sind ein, zwei wenig steile Stücke dabei, wo
ich mich als Bergläufer gleich wohlfühle und ein paar
Mitstreiter überholen kann. Die laufen aber immer wieder
vorbei, als ich für ein Foto stehenbleibe.
Ein Läufer sprintet von hinten heran. „Hast wohl den Start
verpasst“, kann ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen.
„Nein, ich war für ein kleines Geschäft im Gebüsch“, so
seine Antwort. „Meine Partnerin ist weiter vorne.“ Nach
Kilometer 10 verlassen wir das Waldstück. Ich überhole das
Pärchen und sehe vorne auf seinem Trikot neben der
Startnummer ein zweites Schild. Da steht: Hase für Renate.
Aha. Der schnelle Mann hat einen Auftrag. Das lasse ich
los, und alle lachen.
Mittlerweile sind wir in Treis angelangt und laufen
parallel zu einer Bahnlinie. Der Ort zählt aufgrund seiner
zahlreichen Fachwerkhäuser zu einer der schönsten Orte im
Lumdatal. Viele Helfer stehen an den Einmündungen und
regeln den kaum vorhandenen Verkehr. Das ist gut
organisiert. Ja, bei der so langen Tradition des
Oberhessen-Volkslaufs weiß jeder Helfer um seinen Auftrag
und Aufgabe.
Die folgenden Kilometer eilen wir, zum Teil auf
Begegnungsstrecken, nach Allendorf. So kann ich gerade
noch einen Blick auf die zwei Führenden erhaschen. Wie
weit die schon von mir entfernt sind? Zwei, drei Kilometer
werden es schon sein.
Allendorf tangieren wir nur kurz. Die Stadt mit gut 4000
Einwohnern wurde bereits in den fuldaschen
Schenkungsregistern als „alten Dorfa“ genannt. Wie in der
Geschichte anderer Städte wurde hier mehrfach gezündelt,
geplündert, gehungert und man plagte sich mit der Pest
herum. Das Wappen zeigt den Hessischen Löwen. Es geht
wieder zurück. Gerade auf den Begegnungsstrecken spricht
man sich untereinander an. Der Jürgen kommt entgegen und
lacht. Er hat Freude auf dieser Strecke, das sehe ich ihn
an. Er läuft ja jede Strecke nur einmal, Wiederholungen
gibt es für ihn nicht.
Kurz danach finden wir auch eine Verpflegungsstelle, die
gleich zwei Mal angelaufen wird. Wasser, süßer Tee, Iso,
später auch Cola und Bananen werden angeboten. Ja, da
brauchen wir nicht meckern. Ich glaube, dass alle vier
Kilometer dieser Service angeboten wird. Das reicht
vollständig aus. Meist werden die Getränke gereicht.
Halbzeit feiern wir nach dem Ortsausgang von Trais. Hier
werden wir noch informiert, dass auf den fließenden
Verkehr geachtet werden muss. Ein paar wenige Fahrzeuge
kreuzen nun unseren Weg. Die nächsten Kilometer laufen wir
auf Splittwegen, zum Teil parallel zur Lumba.
Kilometer 24, wieder in Mainzlar, jetzt kommt der
schwerste Teil der Strecke. Auf den nächsten drei
Kilometern stellen sich 100 Höhenmeter uns in den Weg.
Noch in der Ortschaft fällt mir ein Seniorenläufer des SV
Staufenberg auf. Es ist Karl-Heinz Weil, der bereits der
Fraktion 60 angehört und der einen starken Eindruck
hinterlässt. Während wir uns in Mainzlar schon die
beginnende Steigung hocharbeiten, kommen uns die
Halbmarathonis bereits in Scharen entgegen. Die haben nur
mehr wenige Kilometer bis zum Ziel. Für uns beginnt jetzt
die Wahrheit.
Die folgenden 12 Kilometer laufen wir im Wald. Ich lasse
jetzt meine Kamera in der Hüfttasche. Die Belichtung ist
wegen der Laubbäume knapp. Es geht schier kreuz und quer
durch den Wald. Mal rechts, mal links, man könnte fast die
Orientierung verlieren. Unsere Strecke ist jedoch
mustergültig ausgeschildert. Wie bei den IVV-Wandertagen
sind Schilder mit Pfeilen angebracht, zusätzlich am Boden
Pfeile aus Sägemehl und die nicht zu belaufenden Querwege
sind am Boden abgesperrt.
Ich fühle mich sauwohl und will sprichwörtlich dieselbe
herauslassen. An einer Verpflegungsstelle kommt wieder der
Spaßvogel bei mir durch, ich verlange nach Bier. Ein
Helfer hat ein alkoholfreies Weizen aus Erding in
Kofferraum liegen und bietet es mir an. Bis er den Öffner
am Taschenmesser zum Funktionieren und ich einen halben
Becher abgepumpt habe, ist eine Minute „beim Deifi“ und
ein Gegner aus Gießen über alle Berge. Gut, dass nach
einer kurzen Schleife die gleiche „Waldwirtschaft“ wieder
angelaufen wird und meine angetrunkenen Halbe noch auf dem
Tisch steht. „Zum Wohl“, proste ich den zwei Helfern zu,
bevor ich mich aus dem Staub mache.
Mir fällt noch einer vom Veranstalter auf. Udo Findt,
hatte am Wochenende zuvor seinen Arbeitseinsatz beim
Funktionärslauf. Heute darf er seinem Hobby nachgehen.
Leider machen seine Beine nunmehr langsam zu, so seine
Feststellung. Ich wünsche ihm ein gutes Finish und mache
mich nach vorne davon.
Ab Kilometer 30 ist die Tendenz gefällig, wir laufen mehr
bergab, jedoch sind noch drei giftige Gegenanstieg mit bis
zu 30 Höhenmeter zu bewältigen. Einige Mitstreiter fallen
schon in den Wanderschritt. Ich kann es dagegen laufen
lassen. Bei Kilometer 38 verlassen wir den Wald, die Sonne
scheint nun etwas. Ich kann noch einen Gegner überholen.
Kurz nach Kilometer 40 folgt eine Spitzkehre. Ich sehe
schon vor mir den Weg rechts abknicken. Es geht bergab,
hinein nach Mainzlar und am Friedhof vorbei. Ah, das ist
die Friedhofsschleife, wo noch ein paar Meter geschunden
werden, so hatte ich es mal in einem Bericht gelesen, wo
die Läufer am Ziel vorbei noch durch einen Friedhof
geschickt wurden. Hier ist es nicht so. Kilometerschild 41
ist am Friedhof angebracht.
Rechtskurve, in einem Wohngebiet sehe ich linkerhand die
Mainzlarer Kirche in einem Garten stehen. Das Bauwerk
wurde erstmals 1566 im Salbuch von Kirchberg erwähnt. Ein
paar Meter weiter hat sich eine Familie mit ihren drei
Kindern an der Straße bequem gemacht. Auf zwei Tischen
steht noch Wasser bereit. Die Kinder feuern mich an und
klatschen. Ein Mädchen hat schon eine Medaille umhängen,
sie wird wohl am Schülerlauf teilgenommen haben. Und er
Hauptstraße laufen wir ein paar Meter bergab, bis wir nach
einem kurzen ruppigen Stück im Industriegelände die
Stadthalle vor uns sehen. Mit Schwung laufe ich ins Ziel,
aber vorher bringe ich die Zuschauer noch mit einer
angedeuteten La-Ola-Welle in Bewegung.
Als Zielverpflegung gibt das zweckmäßig Übliche. Ich wähle
ein alkoholfreies Bier, angeboten wird aber auch ein
Gebräu aus Weizen und Holunder (?), das ich als Autolenker
aber wegen des Alk-Gehaltes lieber außen vor lasse. Nach
meinen Lockerungsübungen, ich gehe nochmals einen
Kilometer zurück, um interessante Aufnahmen zu bekommen,
springe ich unter die warme Dusche. Das Kuchenbufett ist
noch nicht weggefuttert. Eine Wurst mit Senf schmeckt
ebenfalls. Bei der Siegerehrung bin ich überrascht. Für
den Steigerungslauf mit 3.22.25 Stunden gelange ich auf
Gesamtplatz 11, in der Altersklasse darf ich als
Zweitschnellster sogar auf Siegertrepperl.
Lieber Rainer, ich hab’s schon auf dem Siegerpodest
angekündigt, Du musst mit Deinen Helfern weitermachen mit
dem Marathon. Vergleiche die Teilnehmerzahlen des
bisherigen 30-Kilometer-Laufes mit den heutigen
Marathonzahlen und versuche das ganze noch zu Optimieren.
Ich habe aber keine Fehler gefunden bei dieser Premiere.
Fortsetzung erwünscht, so ist auch meine erste Beobachtung
während der Siegerehrung.
Streckenbeschreibung:
Landschaftsmarathon mit etwa 300 Höhenmetern. Etwa die
Hälfte asphaltiert, nur ein kleines ruppiges Wegstück.
Längste Steigung zwischen Kilometer 24 und 30.
Rahmenprogramm:
Kleine Sportausstellung. Preiswerte Verpflegung bei der
Siegerehrung. Weitere zahlreiche Wettkämpfe für alle
Klassen, Wandern, am Vortag Nordic Walking.
Auszeichnung:
Medaille, Funktionsshirt (bei frühzeitiger Voranmeldung),
Urkunde zum Mitnehmen. Sachpreise für die Klassensieger.
Logistik:
Zahlreiche Parkplätze an der Stadthalle und den
angrenzenden Geschäften. Viele Duschmöglichkeiten.
Massagen ohne Wartezeit.
Verpflegung:
Zahlreiche Versorgungsstellen mit Wasser, Iso, Tee, Cola,
Bananen. Alle vier Kilometer, zum Schluss noch häufiger.
Finisher:
Marathon 123, Halbmarathon 119. Insgesamt rund 700
Meldungen.
Zuschauer:
Nur wenig Zuschauer. In den Waldstücken und in der Natur
praktisch keine.
Sieger:
Männer:
1. Matthias Huppmann, LGV Marathon Gießen,
2.57.18;
2. Markus Hennig, Suchthilfe Hof Fleckenbühl, 3.02.33;
3. Heiko Sichau, LGV Marathon Gießen, 3.05.03.
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