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Langläufer auf großer Südamerika- und Südseereise.

A 27. Januar 2005 war es soweit, die 10 Langläuferinnen und Langläufer des SV Staufenberg starteten zu ihrer großen Laufreise durch Südamerika und in die Südsee. Am Nachmittag wurden sie in Staufenberg von einem Transferfahrzeug abgeholt und nach Frankfurt zum Flughafen gebracht. Der Flieger sollte eigentlich um 19.40 Uhr nach Santiago/Chile starten, aber der plötzliche Wintereinbruch verzögerte den Abflug, denn die Maschine musste vorher noch enteist werden. Aber nach einer guten Stunde war es dann soweit und der Airbus 340 hob ab in Richtung Madrid. In der spanischen Hauptstadt wurde die Maschine nochmals aufgetankt sowie einige Passagiere aufgenommen und die große Reise nach Südamerika begann.

 Endlos lange 14 Stunden über den Atlantik und das Amazonasgebiet und dann wurde es hell und die schneebedeckten Gipfel der Anden tauchten in der Tiefe auf. Kurz nach dem Überfliegen des höchsten Berges Amerikas, dem 6995 m hohen Aconcagua, setzte die Maschine zum Landen in Santiago, der Landeshauptstadt von Chile, an. Eine spektakuläre Sache, denn die Metropole von Chile wird von vielen  vier und Fünftausendern eingerahmt. Bei einem kurzen Tankstopp auf dem Flughafen machte sich die zunehmende Hitze bemerkbar und Jacken sowie Pullover wanderten ins Handgepäck.

 Kurz darauf hob die Maschine wieder ab in Richtung Buenos Aires, der Hauptstadt Argentiniens. Der Flug über die südlichen Anden (Kordilleren), die Geröllwüste, die Steppe und schließlich die fruchtbare Pampa zeigten sehr deutlich die landschaftliche Struktur Südamerikas. Nach 3 Stunden wurde um 12.25 Uhr Ortszeit (- 4 Stunden zur MEZ)  die Metropole Argentiniens, Buenos Aires, erreicht. 

Nach den Einreiseformalitäten wurde die Reisetruppe von ihrem deutsch sprechenden Reiseführer Gerhard abgeholt. Spätestens nach dem Verlassen des klimatisierten Flughafengebäudes machte sich die sommerliche Hitze bemerkbar, denn das Thermometer zeigte 35 Grad plus. Gleich anschließend erfolgte eine dreistündige Stadtführung in der 3-Millionenstadt. Die quirlige Hauptstadt des zweitgrößten Landes Lateinamerikas gilt als das Paris von Südamerika und liegt an der Mündung des Rio de la Plata, der an dieser Stelle 27 km breit ist. Im Zentrum um die Prachtstraße Avenida de Mayo deuten die Gebäude auf eine glorreiche Vergangenheit hin. 

An der Plaza de Mayo (Maiplatz), an deren Flanken sich das Regierungsgebäude Casa Rosado, die Kathedrale sowie das Stadthaus befinden wurde ein kurzer Stopp zur eingehenden Besichtigung eingelegt. Der Platz ist durch die „Mütter des Maiplatzes“ berühmt geworden, die zur Erinnerung an die während der letzten Militärdiktatur verschwundenen Männer und Söhne immer noch jeden Donnerstagnachmittag stumm um den Platz herumgehen. 

Danach führte die Fahrt durch das Tangoviertel „Quartier San Telmo“ nach La Boca, das für seine bunten Blechhäuser berühmt ist. Dieser Stadtteil beherbergt auch das weltbekannte Fußballstadion der „Boca Juniors“ bei denen Maradona seine Karriere begann und den ältesten Hafen Buenos Aires, in welchem seinerzeit die vielen italienischen Einwanderer ankamen. Auch heute wird dieses pittoreske Quartier vor allem von italienischstämmiger Bevölkerung bewohnt. Anschließend führte die Fahrt in die nördliche Region der Millionenstadt, die vor allem von großen Parkanlagen, breiten Avenidas und protzigen Villen gekennzeichnet ist. 

Hier befinden sich auch die meisten Botschaften und Ländervertretungen. Den Abschluss der Stadtrundfahrt bildete der Besuch des Recoleta-Friedhofs, einem Monumentalfriedhof von ganz besonderer Bauart, wo sich auch das Mausoleum von Evita Peron befindet. Vor dem Friedhofsgebäude steht ein mächtiger Gummibaum mit einer Krone von mehr als 1000 qm. Nach dieser Mammuttour wurde die Gruppe in ihr Hotel gefahren, wo es nur einen kurzen Aufenthalt zum Frischmachen gab, denn am Abend stand eine Tangoshow auf dem Programm. 

Die Spitzenstars zeigten die Perfektion des Tangos, die mehr an Artistik als an einen Tanz erinnerten. Buenos Aires gilt als Geburtsstätte des Tango, der durch die italienischen Einwanderer Ende des letzten Jahrhunderts bekannt wurde. Der Tanz symbolisiert den Latino-Machismo. Er ist leidenschaftlich und erotisch und nimmt immer noch einen wichtigen Platz im Leben der Argentinier ein. Deshalb gehört bei einem Besuch in Buenos Aires der Besuch einer Tangoshow als absoluter Höhepunkt dazu.

Am 3. Tag machte uns der Tourguide während der Fahrt zu einer Estancia(Farm) in der Pampa mit Argentinien etwas näher bekannt. Das Land ist rund 2.800.000 qkm groß und hat 36 Millionen Einwohner wovon 2/3 in den großen Städten wohnen. Die Bevölkerung ist zu

95 %  weiß und stammt von Italienern, Spaniern, Kreolen und Deutschen ab. Der Hauptwirtschaftszweig ist die Vieh- und Fleischwirtschaft, es wird aber auch Erz und Erdöl gefördert. 50 Millionen Rinder, 30 Mio. Schafe und 3 Mio. Pferde beweiden die fruchtbare Landschaft der Pampa.

Im Osten des Landes erstreckt sich die Pampa, in der  Getreide, Mais und Baumwolle angepflanzt werden. Der Norden wird von tropischen Urwäldern bewachsen und im Westen bis zu den Anden gedeiht in der fast vegetationslosen Felswüste gar nichts und im Süden befindet sich in Patagonien die Geröllebene, in der es Wasser ohne Ende gibt und immer heftiger Wind weht.

Die Fahrt führte durch fruchtbares Land der Pampa, in dem die Rinder- und Pferdezüchter zu Hause sind. Das Ziel der Truppe war die Ombu-Estancia, die von einer deutschstämmigen Frau geführt wird und etwa 20.000 ha groß ist. 4.000 Rinder und etwa 400 Pferde werden auf der Ranch von den Gauchos gehütet. Die Touristen wurden durch den herrlichen englischen Park  geführt, in dessen Mitte das stattliche Herrenhaus steht. 

Nach dem Willkommenstrunk konnte ein Ausritt auf Pferden oder eine Kutschfahrt unternommen werden. Danach wurde zu einer echten „Asado“ im Herrenhaus geladen. Die Asado ist ein Grillessen mit allerlei Fleisch, Würsten, Salaten und dazu Rot- und Weißwein, das sich über mehrere Stunden hinzieht. Nach dem üppigen Mahl spielte eine volkstümliche Band Gautscho-Musik und es konnte getanzt werden. Eine willkommene Sache, um das reichliche Essen zu verdauen. Auf der Rückfahrt durch die Region Buenos Aires, in der rund ein Drittel aller Argentinier wohnt, wurde die Gruppe mit viel Wissenswertem über Land und Leute versorgt.

Bereits um 03.00 Uhr nachts erfolgte der Transfer zum Domestik Flughafen zum Flug nach Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt. Nach 4 Stunden Flug landete die Gruppe auf dem abenteuerlichen Flughafen von Ushuaia, dessen Rollbahn auf einer Halbinsel in das Meer hinausgebaut ist. Beim Einschweben des Fliegers sieht man nur Wasser und man meint die Landung findet auf dem Wasser statt, bis das Flugzeug dann doch hart aufsetzt, ohne dass man die Rollbahn sieht. Sicherlich nichts für Leute mit Flugangst!  

Ushuaia, liegt auf dem argentinischen Teil der Insel Feuerland, hat ca. 50.000 Einwohner und von dort aus sind es nur noch 1.000 km bis zur Antarktis. Es wurde vor rund 100 Jahren gegründet als Strafgefangenen Lager. 1902 hatte man die Straftäter aus dem Blickfeld der reichen Estanzieros hierher verbannt in das so genannte Presidio, das heute noch besteht, aber als Museum dient. In Ushuaia endet der Gebirgszug der Anden, die hier noch 1500 m hoch sind, und auch die weltbekannte Straße „Panamerikana“, die mehr als 13.000 km lang ist und bis nach Anchorage in Kanada geht. 

Von hier aus starten viele Expeditionen in die Antarktis, und im vergangenen Jahr legten auch 270 große Fahrgastschiffe an, die durch den Beagle Kanal kommen und ihren Touristen das Ende der Welt zeigen wollen. Ushuaia ist der Haupttouristenort der Insel und ist eine prosperierende Siedlung mit bunten Holzhäuschen, aber auch eine Stadt, in der gnadenlos schnell hässliche Provisorien hochgezogen wurden und wo Bretterbuden und Baustellen das Bild bestimmen.

Von hier aus kann man die schönsten Ausflüge unternehmen. Die Lage der Bucht, „die nach Osten sieht“, so die wörtliche Übersetzung des Indianerwortes Ushuaia, ist herausragend. Vor der Stadt das eisblaue Meer und dahinter die steil ansteigenden Berge, die mit ihren nur

1500 m Höhe auch im Sommer mit einer dicken Schneeschicht bedeckt sind.

Die Langläufer waren in dem gemütlichen Hotel Tollkeyen einquartiert, das im Blockhausstiel errichtet wurde und direkt am Beagle Kanal liegt. Nach dem Zimmerbezug wurde eine Katamaran-Fahrt auf dem Beagle Kanal unternommen. Die Fahrt führte an einer Robbeninsel vorbei, auf der sich hunderte von Seelöwen ausruhten. Auf einer anderen Insel latschten Tausende von Kaiser-Kormoranen faul umher und auf dem Wasser schwammen große Schwärme von Magellan-Gänsen.

Der nächste Tag stand ganz unter dem Motto: Ushuaia-Halbmarathon. Bei orkanartigem Wind und nur wenigen Graden über Null wollten die Läuferinnen und Läufer die 21, 1 km durch das bergige Gelände bezwingen. Am besten gelang das Norbert Zecher, der den Lauf in 1:32:17 Std. als Gesamtsieger beendete. Aber auch Werner Kuhn war mit seinen 1:58:25 Std. sehr zufrieden. Gemeinsam kämpften Lilo Kuhn und Ewald Steuernagel gegen den Sturm und die Berge und waren deshalb auch zu Recht auf ihre 2:39:11 Std. stolz. Nach einem Stadtbummel fand dann abends die Siegerehrung der gesamten Truppe bei guten Essen und erlesenen Weinen statt. Eine runde Sache.

Am nächsten Tag wurde dann eine Erkundungsfahrt in den Feuerland Nationalpark unternommen, der 63.000 ha groß ist und 1960 gegründet wurde. Die Ruta 3 (Panamerikana) führt als Schotterstraße direkt in den Park und endet dort an der Bahia Lapataia, von der man tolle Blicke über den Beagle Kanal und hinüber in die schneebedeckten Berge Chiles hat. In dem sumpfigen Gelände haben Biber riesige Dämme gebaut und damit das Wasser aufgestaut, so dass die Bäume absterben und tot in den Himmel ragen. Darauf sitzen immer wieder riesige Kondore mit Spannweiten von 3 Metern und warten auf ihr Mahl. Einzelne Guanacos (Lamas) durchstreifen den Park und auf den Seen sind Flamingos und Magellan Gänse zu sehen. Eine eindrucksvolle Fahrt durch Natur belassenen Urwald. 

Nach der Exkursion durch den Park wurde die Truppe zum Flughafen gebracht, um nach 50 Flugminuten in El Calafate, einem kleinen Ort in der Felswüste von Santa Cruz zu landen.

Am Flughafen von El Calafate, der mitten in der Wüste liegt, wurde die Truppe von ihrer deutsch sprechenden einheimischen Reiseführerin abgeholt und in den kleinen Ort gebracht, der ca. 3.000 Einwohnern hat und am Südufer des Lago Argentino, dem größten See Argentiniens, liegt. Der Ort wäre noch kleiner und gänzlich unbekannt, läge er nicht am Rande des Nationalparks Los Glaciares und würde über ihn nicht der beste Weg zum Park der Gletscher führen. 

Nahezu alle 3.000 Einwohner leben direkt oder indirekt vom Tourismus. Der Ort selbst hat keinerlei Sehenswürdigkeiten, er ist lediglich das infrastrukturelle Zentrum. Nach dem Zimmerbezug in einem guten Hotel wurde ein erstklassiges Lokal besucht und riesige Steaks verzehrt, die ja nur in Argentinien so unvergleichlich schmecken und fast auf der Zunge zergehen.

Am nächsten Tag nach dem Frühstück und dem Einpacken der Lunchpakete wurde ein Tagesausflug zum Nationalpark Los Glaciares(Gletscher) unternommen. Die Fahrt führte entlang am tiefblauen Lago Argentino, dem größten See Argentiniens, der eine Wasseroberfläche von 1.600 qkm hat und somit dreimal so groß wie der Bodensee und über 200 m tief ist. Seitlich des Sees endlos weite Steppe, die soweit das Auge reichte eingezäunt war, und auf der nur wenige Grasbüschel wuchsen. Hier sind Estancias(Farmen) angesiedelt, die zwischen 40.000 und 70.000 ha groß sind, und auf denen hauptsächlich Schafe und Alpakas(Lamas) gezüchtet werden.

 In der Ferne stieg das mächtige Bergmassiv des Monte Fitzroy gen Himmel, der nur 3.405 m hoch ist aber immer mit ewigem Schnee und Eis bedeckt und ein Traumziel für Bergsteiger aus der ganzen Welt ist, denn von seinem Gipfel blickt man auf die mächtigen Gletscher Uppsala, Perito Moreno und Grey. Während in Calafate noch alles karg, flach und trocken war, zeigte sich am Parkeingang eine satt grüne Landschaft und die Berge waren wieder dicht bewaldet. Als der Bus um die nächste Kurve fuhr, gab es den ersten atemberaubenden Blick auf den „Perito Moreno Gletscher, der die Hauptattraktion des Parks ist. 

Obwohl der Gletscher noch ca. 10 km entfernt war, gab es hier bereits einen Fotostopp, um das mächtige Eisfeld aus der Ferne auf die Platte zu bannen. Auf dem Brazo Rico (Teil des Lago Argentino) schwammen riesige Eisbrocken, die vom Gletscher abgebrochen waren. Kurze Zeit später stand die Gruppe vor dem Naturschauspiel „Perito Moreno“ und dessen bis zu 80 Meter aus dem See aufragenden bizarren Eistürmen. 

Mit einem Spezialboot mit verstärkten Bordwänden setzten die Touristen direkt vor den Eiswänden über den See auf das andere Ufer über. Immer wieder brachen mit lautem Donnern riesige Eisbrocken vom Gletscher ab und stürzten krachend in den See. Ein Wahnsinnsschauspiel der Natur. Die Gletscherzunge des Perito Moreno ist ein Ausläufer der größten zusammenhängenden Eismasse der Welt –abgesehen von den Polregionen-, die 22.000 qkm umfasst und etwa die Größe von Hessen hat. 

Die Eiswände des Perito Moreno erheben sich 60-80 m aus dem Wasser des Lago Argentino und gehen bist zu 140 m unter Wasser. Die Eisfront ist bis zu 6 km breit. Täglich schiebt sich der Gletscher ca. 3-4 m weiter in den See und die abgespaltenen Eistürme krachen dann mit großem Getöse ins Wasser. Der Perito Moreno ist eine Besonderheit, denn er ist einer der wenigen wachsenden Gletscher weltweit. Während die meisten anderen Gletscher langsam abtauen, wird der Perito Moreno jährlich langsam, aber sicher größer.

Der Perito Moreno ist auch der einzige Gletscher weltweit, der sich nur 185 Meter über normal Null erhebt.

Nachdem die Bergführer alles Wissenswerte erklärt hatten, wurde es ernst. Die Langläufer bekamen Trekkingeisen an die Schuhe, und unter Anleitung der Gletscherführer wurde eine dreistündige Trekkingtour auf den Eisbergen unternommen. Für einige aus der Truppe eine völlig neue und ungewohnte Fortbewegung aber für alle ein Wahnsinnserlebnis. Nach der Eistour wurde das mitgebrachte Lunchpaket verzehrt und somit die verbrauchten Kalorien wieder aufgefüllt. 

Nachdem die Fähre die Touristen wieder übergesetzt hatten, erfolgte eine Fahrt zu den Aussichtsbalkonen auf der Nordseite des Gletschers. Von hier aus hatte man aus verschiedenen Höhen tolle Einblicke in das tiefblau schimmernde Eismassiv und mancher konnte das Abbrechen eines Eisquaders mit der Kamera festhalten.    

Am 8. Tag der Reise erfolgte die Fahrt mit dem Bus durch die Steppe von Santa Cruz. Unterwegs wieder endlos erscheinende Weidezäune der riesigen Estanzias. Hier werden Guanacos(Lamas) und Schafe gezüchtet, für die der spärliche Bewuchs ausreicht.

Am  Fuße der Anden im vegetationslosen Niemandsland wurde in dem winzigen Ort Guillerma die Grenze nach Chile erreicht. Hier musste die Truppe in einen anderen Bus umsteigen und auch der Fahrer und die Reiseleiterin wurden gewechselt. Nach einem kurzen Stopp zum Geldwechseln ging es weiter zum „Torres del Paine Nationalpark“ Der Nationalpark ist ein Höhepunkt jeder Chile-Reise und umfasst ein 242.195 ha. großes Gebiet in den südchilenischen Anden mit atemberaubender Landschaft. Die windzerzauste patagonische Ebene trifft hier unvermittelt auf die Gipfel der Südkordillere, auf die steil aufragenden Berge, die sich wie eine uneinnehmbare Felsenburg mit granitenen Nadelspitzen empor türmen. Sie ragen mehr als 2.000 m aus der Ebene auf. Der höchste Gipfel ist der 3.050 Meter hohe Cerro Torre Grande, umgeben von den Spitzen des Paine Chico (1720 m), der Torres del Paine (bis 2.850 m) und der Cuernos del Paine (2.600 m)

 Im Park liegen zahlreiche blaugrüne Gletscherseen. An dem größten dieser Seen, dem tiefblauen Lago Sarmiento, der mit 23 km Länge der zweitgrößte See Chiles ist, befindet sich der Haupteingang des Parks, wo sich jeder registrieren lassen und den Eintritt zahlen muss. Hier bettelten zahlreiche ansonsten sehr scheue Graufüchse die Touristen um Futter an, und auch die auf den Grasflächen weidenden Guanacos kümmerten sich um die Touristen nur wenig.  Am Spätnachmittag wurde die am Paine Fluß herrlich gelegene „Hosteria Las Torres“ erreicht,  die direkt am Fuße der Torres del Paine lag, und in der die Truppe übernachtete.

Am nächsten Tag wurden weitere Teile des riesigen Parks erkundet. So führte die Fahrt an dem eisgrauen Rio Grey entlang bis zur Grey-Halbinsel. Von hier aus erfolgte bei orkanartigem Wind eine 3-stündige Wanderung. Am Beginn des Weges musste eine 200 m lange Hängebrücke überquert werden, die der Wind heftig schaukeln ließ und so den Übergang zu einer Torkeltour machte. Auf einem herrlichen Wanderweg erreichte die Truppe die Spitze der Halbinsel. die tolle Blicke auf den Lago Grey zuließ, in dem riesige Eisblöcke schwammen, die von dem Grey-Gletscher abgebrochen waren. Nach der kräfte- zehrenden Wanderung und dem Kampf gegen den Sturm schmeckten an einer windgeschützten Stelle auf einem Campingplatz die mitgebrachten Lunchpakete besonders gut. 

Anschließend wanderte die Gruppe direkt am Fuße der Torres(Felstürme) durch die einmalige Flora des Parks. Hierbei konnte man auch die wild wachsende seltene Orchidee „Roter Frauenschuh“ bewundern, und den Calafatestrauch, eine Berberitze, der mit tausenden nadelspitzen Dornen bestückt ist, in bizarren Formen wächst und sich in vielen leuchtenden Farben zeigt. Die blauen Beeren an diesem Strauch, ähnlich unserer Heidelbeere, sind verdauungsfördernd und der Volksmund sagt, wer davon isst, kommt in jedem Fall wieder nach Patagonien zurück. 

Nach dem Besuch des gewaltigen Wasserfalls, wo sich der Painefluß ca. 50 Meter in die Tiefe stürzt, wurde die Lodge „Torre del Paine“ angesteuert. Der Transfer dorthin musste mit Kleinbussen erfolgen, denn mit dem großen Bus konnte dieses Hotel wegen der engen Holzbrücken nicht erreicht werden. Die ehemalige Farm wurde zu einer außergewöhnlich schönen Hotelanlage umgebaut, in der die Truppe fürstlich verpflegt wurde. Sowohl das Abendessen als auch das Frühstücksbuffet waren Spitzenklasse.

Am 10. Tag musste von dem einzigartigen Naturpark, den die UNESCO als Weltkulturerbe erhoben hat, Abschied genommen werden und die Busreise ging quer durch die patagonische Steppe in Richtung Süden nach Punta Arenas. Bei einer Kaffeepause an einem kleinen Rasthaus konnte ein dort gesund gepflegter Condor aus nächster Nähe beobachtet werden und die Besucher waren erstaunt, dass diese Geierart doch solche Riesenvögel sind, denn im Regelfall sieht man sie nur in großer Höhe am Himmel kreisen. 

Weiter ging die Fahrt zur kleinen Hafenstadt Puerto Natales, die etwas 20.000 Einwohner hat und am Fjord „Ultimo Esperanza“ (letzte Hoffnung) liegt. An den Hafenmolen hockten tausende von Kormoranen und im Hafenbecken paddelten Schwarzhalsschwäne. Im Hintergrund sah man die großartige Kulisse der schneebedeckten Sarmiento-Kordillere, wo man an den langen patagonischen Abenden die schönsten Sonnenuntergänge erleben kann. 

Auf dem weiteren Weg in die Bezirkshauptstadt Punta Arenas wurde noch an der Pinguin Kolonie „Seno Ottway“ Halt gemacht, wo in einem Wiesengelände an der Magellanstraße etwa 2.500  Kragen- und Grauhals-Pinguine leben. Diese etwa 50-60 cm großen flugunfähigen Vögel mit ihren schwarz-weißen Köpfen und dem schwarzen Ring um die Brust leben nur im Sommer hier.

 Der Zufall wollte es so, dass die Staufenberger hier, 20.000 Km von der Heimat entfernt, eine Reisegruppe aus dem Kreis Wetzlar traf. Gegen Abend wurde Punta Arenas (sandiger Punkt) erreicht, das an der Magellanstraße liegt und mit 130.000 Einwohnern die schönste Stadt Patagoniens ist. Sie ist die südlichste kontinentale Stadt der Welt, hat eine eigene Universität, einen Flughafen und war bis 1914, eine der wichtigsten Hafenstädte. Denn vor der Eröffnung des Panama Kanals im Jahre 1914 nahmen alle Schiffe die Route durch die 1520 von Magellan erstmalig entdeckte Ost-West-Passage der Magellan-Straße, die Südamerika von Feuerland trennt und an dieser Stelle ca. 25 km breit ist. Am Abend wurde zum Abschied noch mal ein schickes Steak-House besucht und die so super schmeckende südamerikanische Spezialität verspeist.

Am Morgen des 11. Tages der Reise musste die Truppe schon wieder sehr früh aufstehen, denn um 06.00 Uhr fand bereits der Transfer zum Flughafen Punta Arenas statt. Von hier aus erfolgte ein dreieinhalbstündiger Flug über die südlichen Kordilleren und die patagonische Felswüste nach Santiago de Chile, der Hauptstadt von Chile. Bei einer Temperatur von 30 Grad+ war es gut, dass das Flughafengebäude klimatisiert war, denn hier hatte die Truppe

6 Stunden Übergangszeit bis zum Anschlussflug auf die Osterinsel. Eigentlich eine gute Gelegenheit, um auf Anni Steuernagels 65. Geburtstag schon mal einen zu trinken, denn sie wollte ja schon immer mal im Sommer Geburtstag haben. Leider zog sich die Abflugszeit noch weitere 2 Stunden hinaus und so startete die Boing 767 erst nach 20.00 Uhr Ortszeit zu ihrem fast vierstündigen Flug auf die 3.700 km entfernte Osterinsel im Parzifik. Dass die Truppe dennoch vor Mitternacht auf der am weitesten entfernten Insel ankam, lag an der Zeitverschiebung von weiteren -2 Stunden.

Kurz vor Mitternacht des 06. Februar kamen die Langläufer mit einer Boing 767 der Fluggesellschaft LAN Chile auf dem Flughafen der Osterinsel an. Hier wurden sie von ihrem deutschsprachigen Führer Joseph erwartet. Da die Osterinsel zum polynesischen Archipel gehört, ist es üblich, ebenso wie in Hawaii, mit einem Lei, also Blumenkranz, begrüßt zu werden. So hängte eine Inselschöne jedem Touristen einen solch stark duftenden Blumenkranz um, und der Guide brachte die Truppe zu ihrer 3 Sterne Hotelanlage. 

Nach einem Begrüßungstrunk und der Zimmerverteilung eilten die Langläufer zu ihren Zimmern, denn einschließlich der Zeitverschiebung von 2 Stunden waren sie ja fast 24 Stunden auf den Beinen. Erst am nächsten Morgen sahen sie, in welch paradiesischen Park sie wohnten. Um einen großen Swimmingpool wuchsen Bananenstauden, Papayabäume, Citrussträucher, Brotfruchtbäume und viele andere subtropische Gewächse und Blumen. Vorstellungen, dass es so im Garten Eden gewesen sein muss wurden wach.

Nach dem köstlichen Frühstücksbuffet wurde die Truppe von ihrem Führer Joseph abgeholt, der zuerst mal die wichtigsten Daten zur Osterinsel zum Besten gab. Die Insel liegt zwar im polynesischen Bereich, gehört aber politisch zu Chile. Sie liegt am weitesten entfernt von jeglicher menschlichen Siedlung. So sind es bis nach Chile 3.700 km, und bis zu dem Inselreich Tahiti sind es gar mehr als 4.000 km und Deutschland ist von dort 18.500 km entfernt. 

Die Insel ist 165 qkm groß und diagonal bis zu 27 km breit. Es gibt nur einen Ort mit dem Namen Hanga Roa (große Bucht), in dem rund 3.500 Menschen leben, die zum größten Teil polynesischer Abstammung sind. Von den Einheimischen wird die Insel „Rapa Nui“ genannt, was so viel heißt, wie „Ort ganz weit draußen“. Sie wurde im Jahre 1722 am Ostersonntag von dem holländischen Admiral Roggeveens entdeckt und erhielt deswegen ihren Namen. Die Insel ist nicht wegen ihrer Abgeschiedenheit bekannt, sondern wegen ihrer mysteriösen Kultur. Riesige Steinfiguren, Moai genannt, von unglaublicher Höhe und Gewicht befinden sich auf der Insel und geben heute noch Anlass zu vielen Rätseln unter den Archäologen. Wo kam die Kultur her, wie haben sie es geschafft, die über 100 Tonnen schweren, und bis zu 18 Meter hohen Kolosse zu transportieren und aufzustellen? 

Sepp der Führer der Truppe ist Schweizer Archäologe und befasst sich seit 9 Jahren mit der Geschichte der Moais. Er führte die Touristen bei der Einführungstour zum Zeremonienort Ahu Tahai, wo 2 Moai restauriert wurden und einer davon Augen eingesetzt bekam. Danach ging es zu dem mächtigen Krater des Vulkans „Rano Kau“ der ein Trichter von 800 m Durchmesser hat und 200 Meter tief ist. Der Kratersee darin ist 80 Metern tief, und an den Rändern hat man Wein angepflanzt. Auf dem Kraterhügel sind Reste einer Siedlung vorhanden, deren Schriftzeichen auf den „Vogelmann-Kult“ hinweisen. Von dem 500 Meter hohen Berg hat man einen tollen Rundblick über die Insel und den tiefblauen Pazifik.

Auf der Insel wird nichts produziert und es werden keine Steuern erhoben. Sie wird von Chile subventioniert und die meisten Insulaner leben vom Fremdenverkehr. Die notwendigen Waren kommen per Flugzeug auf die Insel, und zweimal pro Jahr bringt ein Schiff Großgeräte und Baumaterial. Deshalb sind die Preise wesentlich höher als auf dem Festland und das Warenangebot ist oftmals sehr stark eingeschränkt. Die Arbeitslosenzahl der jungen Leute ist enorm hoch und viele von ihnen lungern am Straßenrand und am Hafen herum.

Am Abend dieses ereignisreichen Tages wurden in der Gaststätte Obelix die 65. Geburtstage von Ursula Jung, Anni Steuernagel und Norbert Zecher zünftig gefeiert. Endlich hatten sich die 3 ihren Wunsch erfüllt, einmal bei sommerlichen Temperaturen Geburtstag zu haben.

Am nächsten Morgen führte Sepp die Truppe zu dem geschichtsträchtigen Ort Ahu Tongariki, wo 15 Moai auf einem Sockel direkt am Strand wiederaufgerichtet wurden, von denen einer 18 m hoch und 90 Tonnen schwer ist. Weiter ging der Weg zum Steinbruch, in dem 17 Moai unvollendet herumliegen, und man den Eindruck hat, dass die Einwohner vor einer Gefahr fliehen mussten. 

Zum Mittag wurde die Truppe am herrlichen Sandstrand von Anakena zu einem reichlichen Grill-Imbiss geladen und anschließend konnte im wunderbar warmen Wasser des Pazifiks gebadet werden. Hier stehen auch die einzigen Moais, die Richtung Meer blicken. Alle anderen dieser 298 aufgestellten Steinfiguren sehen landeinwärts.

Abends wurde die Folkloreveranstaltung „Tapati Rapa Nui“ besucht, die eine ganze Woche dauert und bei der fast alle 1.000 Kinder der Insel auftraten. Eine eindrucksvolle Demonstration für Kinder, die in Westeuropa nicht möglich wäre.

Am nächsten Tag, nach dem reichlichen Frühstücksbuffet, zeigte uns Sepp noch einige restaurierte Moais vor ehemaligen Wohnhöhlen, in denen vor 50 Jahren noch Familien gelebt haben. Abschließend wurde der zweitgrößte Krater der Insel besucht, der aus roter Scoria besteht,  aus dem die Pukaos (Kopfbedeckung) der Moai gefertigt wurden. Den Rest des Tages, bis zum Abflug nach Tahiti, wurde in der herrlichen Hotelanlage noch etwas relaxt. Am Abend erfolgte der fast 5stündige Flug nach Tahiti, wo die Touristen am Flughafen auch wieder mit einer Lei(Blumenkranz) begrüßt wurden. Dass die Truppe nach dortiger Uhrzeit nur wenig später ankam, als sie auf der Osterinsel abgeflogen waren, lag daran, dass französisch Polynesien minus 5 Stunden in der Zeitrechnung liegt. Übernachtet wurde direkt in Tahiti in einem noblen Hotel, das direkt am Fährhafen lag.

Am anderen Morgen erfolgte gleich der Transfer zum Flughafen von Tahiti und mit einem Kleinflugzeug wurde die Nachbarinsel Moorea in ca. 10 Minuten Flug erreicht. Auch hier wieder die gleiche Zeremonie mit dem Blumenkranz, und mit einem Transferbus erreichte die Truppe ihre wunderschöne, feudale Hotelanlage “Moorea-Pearl-Resort“, die direkt am türkisblauen Pazifik lag. Die einzelnen Wohnungen sind teilweise auf Stützen in das Meer hinaus gebaut worden, die man dort Beach-Comber nennt, wo man vom Wohnzimmer durch den Glasboden auf das Wasser blicken und die Fische beobachten kann. Zwischen Meer und Anlage befand sich ein großer Swimmingpool mit wohlig warmem Wasser, und wer wollte konnte gleich übergangslos in den Pazifik hinausschwimmen. In der Anlage wieder Bäume und Sträucher mit tropischen Früchten und jede Menge blühende, stark duftende, exotische Sträucher. So muss es wohl einst im Garten Eden gewesen sein.

Am nächsten Tag, dem Tag vor dem Marathon, wurde hauptsächlich geruht, denn bei annähernd 40 Grad + und fast 100 % Luftfeuchtigkeit schwitzte man auch ohne etwas zu tun. Abends besuchten die Langläufer dann bei mehr als 40 Grad + die Nudelparty, um nochmals vor dem großen Abenteuer „Tahiti Marathon“ die Kohlehydratspeicher aufzufüllen. Der Veranstalter warnte die Europäer, am nächsten Tag nicht zu schnell zu laufen, denn die Hitze und die hohe Luftfeuchte können für Nichtgewohnte fatale Folgen haben.

Nachts um 02.30 Uhr klingelte schon der Wecker, denn die Marathonis wurden bereits um 03.30 Uhr mit dem Bus zum Start gebracht, der um 04.30 Uhr erfolgte, um der großen Hitze etwas aus dem Weg zu gehen. Pünktlich um 04.30 Uhr schickte der Starter bei 27 Grad Hitze und 100 % Luftfeuchtigkeit die 200 Langstreckler auf den 42,195 km langen Kurs, der immer am Strand entlang führte. Von den Staufenberger Langläufern war nur Norbert Zecher unter den Marathonis, und er hatte auch entsprechend vorsichtig angefangen. Beim Wendepunkt lag er an 13. Stelle im Gesamtfeld, aber bei km 30 wurde er von einem heftigen Tropenregen erwischt. Es regnete so stark, dass binnen weniger Minuten die Uferstraße total unter Wasser stand, und der orkanartige Sturm peitschte die Wellen des Meeres auch noch übers Ufer auf die Straße. Normales Laufen war kaum noch möglich, und Zecher trottete nur noch vorwärts durch die Wassermassen. So war er froh, dass er in 3:49:04 Std. endlich im Ziel war. Da alle Teilnehmer von dem Unwetter betroffen waren, reichte diese Zeit dennoch zum Sieg in der

M 65. Ewald Steuernagel startete eine halbe Stunde später zum Halbmarathon. Auch er musste durch die Wassermassen stapfen  und blieb mit 2:45:12 Std. unter seinen Möglichkeiten. Diese Zeit reichte aber auch bei ihm zum Sieg in der M 70. Werner Kuhn, Anni Steuernagel, Ursula Jung und Rosi Zecher starteten beim Fun Run Lauf über 6,2 km nach dem großen Regen, aber es war schwül und heiß. So erreichten auch sie Zeiten von denen man erhebliche Abstriche machen muss. Werner Kuhn, der schwer erkältet war, trabte in 38:43 Min. ein, Anni Steuernagel brauchte 44:30 Min. und Ursula Jung sowie Rosi Zecher kamen in 50:05 Min. ins Ziel. Nach der Siegerehrung wurde die Truppe wieder in ihr Hotel gefahren und konnte sich nach den Strapazen am Swimmingpool etwas ausruhen. Abends erfolgte dann in einem guten Lokal die Finisherfeier.

Am nächsten Tag hatte die Truppe eine Jeep-Safari gebucht, um das Innere der Insel näher kennen zulernen. Sie erlebten eine tolle Exkursion, vorbei an Ananasfeldern, Papayabäumen, Bananenstauden, Pampelmusenbüschen, Brotfruchtbäumen und Büschen mit Vanilleschoten, die zu den Orchideengewächsen gehören. Es war wie im Paradis! Von dem Aussichtspunkt Belvedere hatte man einen tollen Blick über die ganze Insel und auf die Cook-Bucht, in der der Film „Meuterei auf der Bounty“ gedreht wurde. Anschließend wurde die gesamte Insel umrundet und zum Schluss gab es noch einen Imbiss mit selbst geernteten Früchten. Nach dieser erlebnisreichen Fahrt stand wieder Relaxen am Pool auf dem Plan. Am Abend musste dann nach einem opulenten Mahl Abschied von der wunderschönen Hotelanlage genommen werden.

Am anderen Morgen wurde die Truppe wieder zum Flughafen gebracht, um in 45 Minuten Flug die Trauminsel und Perle der Südsee Bora Bora zu erreichen. Der Transfer zu dem  Nobel-Hotel Mahai Polynesia war etwas aufwändiger, denn der Flughafen liegt auf einem unbewohnten Atoll, und so musste erst mit einer Fähre übergesetzt werden und anschließend erfolgte vom Hafen zum Hotel noch eine  20minütige Busfahrt. In der wunderschönen Hotelanlage, direkt am türkisgrünen Meer, wurden die Langläufer einquartiert. Auf den umliegenden 10 Atolls, die zu Bora Bora gehören, haben alle bekannten Hotelketten der Welt ihre sündhaft teuren Hotelanlagen bis weit ins Meer hinaus gebaut, und viertelstündlich verkehrt ein Wassertaxi dorthin. Hier ist nichts unmöglich und für die entsprechende Menge US-Dollars wird einem jeder Wunsch erfüllt.

Tags darauf hatten die Langstreckler eine Schnorchelfahrt mit einem Auslegerboot, einer so genannten Piroge, gebucht. Gleich nach dem ausgiebigen Frühstücksbuffet wurde das Seegefährt bestiegen und los ging das Abenteuer Südsee. Zuerst fuhr der Bootsführer zu einer seichten Stelle, wo jede Menge Seerochen und auch Zitronenhaie bis direkt ans Boot kamen. In dem türkisfarbenen Wasser tummelten sich außerdem tausende bunte Kleinfische. Nach einer Schnorcheltour in dem mehr als 30 Grad warmen Wasser wurde ein kleines Atoll angesteuert, wo die Bootsbesatzung ein vorzügliches Grill-Essen auf den Tisch zauberte. Danach ging es gleich weiter durch die betörend schöne Südseelandschaft, vorbei an luxuriösen Hotelanlagen zu einer Stelle mit vielen immens großen Rochen. Erneutes Aussteigen in die badewasserwarmen Fluten und Schnorcheln. 

Die mehr als einen Quadratmeter großen Fische waren ganz zutraulich und schmiegten sich an die Menschen an, um entsprechendes Futter zu erhalten. Ein Riesenspaß ergab sich dadurch für die Truppe. Allerdings wurden sie dabei von einem sehr starken Tropenregen erwischt, der allerdings ganz warm war. Auf der Heimfahrt zum Hotel wurde noch der Korallengarten besucht, wo erneut Schnorcheln angesagt war, und dabei sang die Bootsbesatzung  Südsee-Lieder und spielte dazu auf ihren Ukulelen. Herz was willst du mehr; Südsee pur!

Am kommenden Tag erfolgte dann der Transfer mittels Bus und Katamaran wieder zum Flughafen, von wo der Flug zurück nach Tahiti angetreten wurde. Bei Ankunft in der Metropole von Französisch Polynesien, zu dem 128 Inseln gehören, erfuhren die Touristen, dass ihr Flugzeug wegen eines Hurrikans 5 Stunden Verspätung hatte. Eine unangenehme Überraschung, die eine Zwischenübernachtung notwendig machte. Morgens um 05.00 Uhr flog die Maschine dann mit Zwischenstopp auf der Osterinsel weiter nach Santiago de Chile, der Hauptstadt Chile, wo sie durch die Zeitverschiebung von 7 Stunden erst um Mitternacht ankam. 

Nach einer kurzen Nacht war dann am nächsten Tag eine vierstündige Stadtführung in der 5Millionen-Metropole von Chile, die 500 Meter über dem Meer liegt, angesagt. Die deutschsprachige Führerin gab den Touristen wichtige Informationen über die Hauptstadt von Chile. So wird diese riesige Stadt, die fast immer im Dunst liegt, auf der einen Seite von Bergen umgeben, die mehr als 5.000 Meter hoch sind, und von Westen dringt die warme Luft des Pazifik ins Landesinnere. Von dem Hausberg „St. Christobal „ der die Stadt um 300 m überragt, und auf dem die riesige 5o Meter hohe Statur der „Weißen Madonna“ steht, hat man tolle Blicke auf die Metropole und die gigantischen Berge, die sie umringen. In der Stadt, die von dem Fluss Maputjo geteilt wird, wurde noch die Kathedrale, die Post, die Pferderennbahn und die Moneta, das Regierungsgebäude, besichtigt. 

Um in das allerheiligste der Nation zu kommen, mussten sich die Langläufer eine Leibesvisitation gefallen lassen. Die zentralen Markthallen wurden inspiziert und danach ein schmackhaftes Mittagessen eingenommen. Nach weiteren Stationen in der riesigen Stadt erfolgte der Transfer zum Flughafen, und nach endlos langen 16 Stunden Flug erreichten die sonnenverwöhnten Langläufer die eiskalte Realität in Frankfurt. In Deutschland regierte der Winter, und die dicken Jacken mussten wieder aus dem Koffer geholt werden.

Nach insgesamt 66 Stunden Flug und zurückgelegten 52.000 Flugkilometern kehrte die Truppe von einem Abenteuer zurück, das sie noch wochenlang in ihren Gedanken und Träumen beschäftigte. Tenor aller Mitgereisten war: Eine Wahnsinnssache!

Reiseteilnehmer vom SV Staufenberg waren: Lilo und Werner Kuhn, Anni und Ewald Steuernagel, Ursula und Reinhold Jung, Renate und Karl Heinz Bossler sowie Rosi und Norbert Zecher, der den Bericht verfasste.    

 

 

 

 

 Letzte Bearbeitung mit Stand: 14.04.12